Arbeitsplaner - was ist zu tun im Oktober?

Obstgarten

 

Mit dem Erntedankfest am Sonntag (1. Oktober) ist ein Großteil der Ernte eingefahren.

Die Zeit der Vorratshaltung ist angesagt. Aber, wer hat noch einen Naturkeller? In der heutigen Zeit ist der Keller betoniert und beherbergt die Heizungsanlage, bzw. weitere Wohnräume. Somit sind trockene, warme Keller vorprogrammiert. Für die Obstlagerung sind jedoch kalte und nicht zu trockene Räume gefragt. Je nach Räumlichkeiten kann man durch „Verschütten“ von Wasser diese Luftfeuchtigkeit erhöhen. 

 

 

Verwertung der Äpfel:

 

Eine Art der Verwertung bei den Äpfeln ist die Saft- oder Mostherstellung. Apfelmost scheint in den letzten Jahren wieder an Attraktivität gewonnen zu haben, d.h. Apfelmost trinken ist wieder „in“. Apfel Secco und Cidre sind gefragt. Und natürlich gibt es auch sehr feine sortenreine Brände.

Thema Apfelsaft: In den letzten Jahren kamen vermehrt Keltereien auf, welche Kleinmengen an Obst vermarkten. Hier hat man die Möglichkeit, seine eigenen Produkte zu leckerem Apfelsaft verarbeiten zu lassen. Gerade die

Bag-in-Box-Methode hat hier viel dazu beigetragen. Bei diesen Keltereien kann man seine eigenen sauberen und in Sorten zusammengestellten Früchte Pressen und Abfüllen lassen. So hat man seinen „persönlichen“ Apfelsaft. Dies ist ab einer Menge von 100 kg möglich (ergibt ca. 70 Liter Most).

 

Hier die uns bekannten Adressen (sollten Sie noch weitere kennen, bitte E-Mail an info@kogl-emmendingen.de):

 

Trotteteam Baumann, Rheinhausen www.trotteteam-baumann.de

Alexander Vögtle, Jechtingen, Tel: 07662/94082

Biohof Jung, Teningen, www.jung-saefte.de

Hans-Peter Schrodi, Sexau, Tel: 07641/7353

Kelterei Bürklin, Vörstetten, Tel: 07666/2218

Lohnmosterei Bernhard Wölfle, Elzach, Tel: 07682/476

 

Weiter nimmt das Weingut Axel Ringwald Äpfel an und man erhält im Tausch dafür verschiedene Fruchtsäfte. Kontakt: mail@weingut-ringwald.de

 

Eine weitere Möglichkeit:

Über www.streuobstwiesen-boerse.de kann man kostenlose Anzeigen schalten, sein Obst anbieten, bzw. nach Obst suchen.

  

Pflanzenschutz

 

Im Obstgarten sollte das restliche Fallobst aufgesammelt werden. Dies beugt hohem Mäusebefall bevor. Das stetige Einsammeln von Fallobst mindert auch den Druck durch Schädlinge. Und die Baumscheibe ist freizuhalten.

Auch sollten genügend Sitzkrücken für Beutegreifer wie Turmfalke, Bussard, Habicht, Milan und Sperber vorhanden sein. Dazu müssen die Anlagen nochmals gemulcht werden um das Gras kurz zu halten.

Genauso wichtig sind Versteckmöglichkeiten für das Mauswiesel. Überhaupt Naturschutz. Jetzt beginnt die Zeit, vorhanden Brut- und Nistkästen der Vögel zu überprüfen und zu reinigen, sowie neue Kästen auszuhängen.

 

Gerade im Hobbyobstbau sind die zugelassenen Pflanzenschutzmittel rar. Da ist man auf Alternativen angewiesen. Ein Problem beim Kernobst ist der Schorf. Dieser überwintert in den abgeworfenen Blättern. Vorbeugend kann man das Laub einzusammeln und kompostieren. In kleineren Anlagen mag dies sinnvoll sein. Eine praktikablere Lösung ist eine Blattfallspritzung (nach der Ernte) mit Harnstoff. Hierdurch wird das Laub schneller und wirkungsvoller zersetzt.

Neu auf dem Markt ist Vinasse, ein organischer Dünger. Vinasse brachte die besten Ergebnisse bei der Förderung des Laubabbaues. Hier dürfte ein Mittel gefunden worden sein, welches im ökologischen Anbau wie im Hausgarten seine Anwendung findet.

 

Im Oktober findet auch die vorbeugende Bekämpfung der Raupen des Kleinen Frostspanners statt. Den Befall verhindert man durch Anbringen von Leimringen.  Und am besten sollte man zuvor den Weiß-/Kalkanstrich anbringen. Hier gibt es Fertigprodukte. Allerdings kann man sich diesen auch selbst herstellen. Grundsubstanz sind einmal gebrannter Kalk oder gelöschter Kalk, egal. Dies hilft teileweise gegen Schädlinge und Krankheiten.

Danach bringt man die Leimringe an. 

 

Diese gibt es bereits als fertiges Produkt zu kaufen. Besser im Handling sind jedoch die Produkte, bei denen Papier und Leim getrennt sind, d.h. das Papier als Trägermaterial wird am Baum befestigt und hierauf wird der Leim aufgestrichen. Zuvor wird jedoch der Stamm geputzt werden. Risse in der Rinde sind durch Lehm oder Ton auszugleichen. Die Leimschicht ist spätestens im Frühjahr neu aufzubringen.

Das „Trägerpapier“ sollte von grüner Farbe sein. Hierdurch werden die Nebenfänge fliegender Nützlinge reduziert. Die Leimringe sollten ab und zu kontrolliert und gegebenenfalls „aufgefrischt“ werden.

 

 

Mitte Oktober beginnt bei den Obst- und auch Ziergehölzen die Pflanzzeit. Gepflanzt wird, solange der Boden frostfrei ist. Das Pflanzloch ist doppelt so groß wie der Wurzelballen auszuheben; die Pflanzsohle mit der Grabgabel zu lockern. Der Stützpfahl sollte immer der Hauptwindrichtung zugewandt sein. 

 

Gemüsebeet

 

Derzeit werden die Wurzelgemüse geerntet. Für eine gute Lagerhaltung ist ein schonender Umgang bei der Ernte wichtig, Es empfiehlt sich eine Ernte bei trockenem Wetter. Hierbei sollte das Gemüse grob mit der Grabgabel gelockert werden, wobei die feinen Wurzeln nicht verletzt werden dürfen. Wurzelgemüse lagert man am besten in Erdmieten.

 

Weiß- und Rotkohl für die winterliche Lagerung werden jetzt geerntet. Eine Lagermöglichkeit ist das Aufhängen an einem luftigen und frostsicheren Ort. Dabei belässt man dem Kohl den Strunk und die gesunden äußeren Blätter.

 

 

Ziersträucher

 

Die ersten kälteempfindlichen Kübelpflanzen werden ins Winterquartier eingebracht. Geranien, Fuchsien, Bougainvillea, z.B. bevorzugen kühle, helle Räume mit einer Temperatur zwischen 5 0 und 15 0 Grad Celsius.

Für die herbstlichen Farben werden Balkonkästen mit Herbstblumen wie Erika und Chrysanthemen bepflanzt.

 

 

Stauden bieten Unterschlupf und Winterschutz für Insekten und sollten somit erst ausgangs Winter zurückgeschnitten werden. Ebenso bieten Früchte und Samen Winterfutter für die Vögel und Stauden im Winterreif sind auch eine Augenweide.

 

Lothar Herb