Obstgarten
Pflanzenschutz
In Sachen Pflanzenschutz im Steinobstbereich weiter auf Monilia (sog. Spitzendürre)
und im Kernobstbäume auf Mehltau (stellt sich als weißlicher Belag der Triebspitzen
dar) achten und wegschneiden.
Bei Stachelbeeren ist auf Mehltau zu achten; befallene Triebspitzen einfach
abschneiden.
Eine Bekämpfung des Pflaumenwicklers ist im Hausgarten ist nur mittels Nützlinge
möglich.
Alternativ sind die abgefallenen grünen Früchte aufzusammeln um die Population der
Folgegeneration zu mindern.
Im Kernobstbereich steht die Eiablage des Apfelwicklers (Obstmade) an.
Infos zum Thema „Pflanzenschutz“ bitte auf der Seite des Landwirtschaftlichen
Technologiezentrums Augustenberg (Integrierter Pflanzenschutz 2026: Umwelt- und
sachgerechter Pflanzenschutz im Haus- und Kleingarten, Beilage im Märzheft von
Obst & Garten) nachlesen.
Ebenso kann man einen sogenannten Fanggürtel aus Wellpappe am Stamm
anbringen und die dort verkriechenden Raupen einsammeln und entsorgen.
Für den neuen Schädling, die Kirschessigfliege, gibt es im Hobbybereich keine
Bekämpfungsstrategien; Pflanzenschutzmittel sind hier nicht zugelassen.
Somit hilft nur regelmäßiges Durchpflücken der Kulturen und befallene Früchte
entsorgen. Ebenso kann man versuchen, die Fliege mit Fallen zu fangen. Hier nimmt
man verschließbare Plastikbehältnisse, bohrt 15 – 20 Löcher (4 mm) und fülle diese
mit 3 Teilen Rotwein und 2 Teilen Apfelessig. Weiter gibt man noch etwas neutrales
Spülmittel hinzu. Der Behälter muss genügend „Luftraum“ über der Flüssigkeit
haben, damit es auch richtig duftet.
Ein Schutz vor diesem Insekt ist mit einem Kulturnetz, Maschenweite von 0,5 x 0,8
mm, möglich.
Sommerriss und Ausdünnung
Im Juni stellt man auch fest, dass am Baum viele Früchte abfallen. Dabei handelt es
sich um den sogenannten Junifall, d.h. der Baum stößt überzählige Früchte ab.
Allerdings sind immer noch genug Früchte am Baum. Im Kernobstbereich rechnet
man, dass 3 bis 5 % der Blüten ausreichen, um einen Vollertrag zu haben. Würde
man nun nicht regulierend eingreifen, hätte man zwar viele Früchte, aber die innere
Qualität würde leiden. Aus diesem Grunde wird eine Handausdünnung durchgeführt.
Mit der Ausdünnung erreicht man eine höhere Frucht-Qualität. Natürlich wird man die
kleinen und kranken Früchte zuerst entfernen.
Durch den Sommerriss wird das Triebwachstum eingeschränkt. Hier werden
sogenannte Wasserschoßer, das sind diesjährige Triebe, welche senkrecht nach
oben wachsen, entfernt. Man reißt diese teils noch krautigen Triebe einfach weg.
Dabei entfernt man auch die schlafenden Augen (Reserveknospen, die z/B nach
einem Rückschnitt austreiben) und unterbindet den Austrieb weiterer Holzaugen.
Auch die Wundheilung verbessert sich. So können die Früchte besser versorgt
werden.
Allerdings sollte man zuvor den Baum beurteilen, um ein Verkahlen zu verhindern.
Ebenso ist auf die Sonneneinstrahlung zu achten, Thema Sonnenbrand!
Es kann durchaus Sinn machen, die einjährigen Triebe nach der ersten oder zweiten
Blattachsel abzubrechen, bzw, abzuschneiden. So kann er nochmals austreiben und
ein neuer Trieb wächst. Dieser fruchtet im nächsten Jahr. Ebenso kann man diese
Triebe binden, Kernobst unter die Saftwaage, Steinobst über die Saftwaage.
Diese Arbeiten sollten vor Johanni (24.06.) beendet sein.
Nach der Ernte der Süßkirschen (oder auf Grund der Arbeitserleichterung auch
während der Ernte) ist ein guter Schnittzeitpunkt. Die Bäume lassen sich so auf Höhe
und Breite begrenzen und älteres (nicht mehr so generatives) Holz wird entfernt. Da
Kirschen am zwei- und mehrjährigen Holz fruchten, ist bei Schnitt darauf zu achten,
immer generatives Holz zu haben.
Gemüsebeet
Bei den Tomaten sollten regelmäßig die Geiztriebe (in den Blattachseln) entfernt
werden. Auf eine regelmäßige und ausreichende Wasserzufuhr ist zu achten. Auch
die Tomatenpflanzen benötigen Mulchmaterial und regulieren so den
Wasserhaushalt.
Beim Anbau von Blumenkohl vermisst man vielmals die weiße Farbe. Einfach ein
paar der äußeren Blätter zur Mitte hin abknicken und schon ist der Blumenkohl vor
Sonne und Witterung geschützt.
Rhabarber ist nach Ende der Ernte mit 50 bis 60 g/m 2 mit organischem oder mit 50
g/m 2 Volldünger zu düngen und bei Trockenheit gut wässern.
Spargel wird nach der Ernte gedüngt. In der Regel ist Phosphor ausreichend im
Boden vorhanden. Meistens fehlen Kali und Magnesium.
Wenn man im Herbst eine Bodenuntersuchung durchgeführt hat, braucht man sich
nur an die Empfehlung halten.
Ziergarten
Ende Juni, nach Johanni, können laubabwerfende Hecken geschnitten werden.
Solange Vögel in der Hecke noch brüten, sollte man die Schnittmaßnahmen
unterlassen (Vogelschutz).
Bei Rosen werden die verwelkten Blüten abgeschnitten, dadurch wird der
Knospenansatz für die Folgeblüte verbessert. Diese werden auf das erste
vollständige Blatt zurückgeschnitten.
Ein Rückschnitt des Verblühten empfiehlt sich auch für andere Pflanzen/Sträucher,
z/B beim Flieder.
Eine Mulchschicht verhindert das Austrocknen der Böden.
Lothar Herb