Arbeitsplaner für den Monat Januar

 

Obstgarten

 

Winterzeit –Baumschnittzeit?!

 

Dies ist weiterhin gültig. Zu beachten ist aber: Kein Schnitt unter -5o C.

 

Allerdings vertragen bestimmte Obstarten keinen Winterschnitt. Dazu zählen Süßkirschen, Pfirsiche und Aprikosen. Süßkirschen werden nach der Ernte, also im Sommer geschnitten. Natürlich kann man sie auch in der Winterruhe schneiden, dann aber eher im März, wenn die Frostperioden beendet sind. Pfirsiche schneidet man während der Blüte; Aprikosen während der Vegetation, und Walnüsse nur im August/September.

 

Kernobst (Äpfel und Birnen) sowie Zwetschgen und Beerenobst können und werden auch großteils im Winter geschnitten.

 

Was ist beim Schneiden zu beachten? Grundlage aller Schnittmethoden sind die Wachstumsgesetze. Ein starker Schnitt fördert vermehrt starkes Wachstum und es werden weniger Blüten gebildet.

 

Starke Eingriffe sind oftmals bei langjährigen ungepflegten Bäumen notwendig.

 

Bei schwachem Rückschnitt können mehr Blütenknospen vorhanden sein und folglich auch mehr Früchte. Durch zu viele Früchte leidet jedoch wieder die Fruchtqualität.

 

Zu beachten sind auch die Schnittgesetze, d.h. ein Winterschnitt fördert eher das vegetative Wachstum; ein Sommerschnitt hemmt das vegetative Wachstum und fördert hier das generative Wachstum (Fruchtbarkeit).

 

Wichtig: Starkwachsende Bäume schneidet man am besten kurz vor der Blüte oder in der Blüte. So wird die Wüchsigkeit gebremst.

 

Weiter sind die verschiedenen Entwicklungsstadien zu beachten. Dies sind Jugendphase, Ertragsphase und Altersphase.  Nur in der Jugend-/Erziehungsphase werden Zweige angeschnitten (Anschnitt nur Mitteltrieb und der drei Seitenäste sowie teilweise auch Begleitäste, siehe Oeschbergschnitt), d.h. hier wird der spätere Baum geformt. Hier geht es vorrangig um Triebwachstum. Durch Theorie kann man zwar ein gewisses schnitttechnisches Verständnis aufbauen, aber, es geht nichts über praktische Erfahrungen.

 

Im Januar werden auch die Beeren geschnitten. Hier gibt es zwischen den Sorten Unterschiede. Schwarze Johannisbeeren fruchten am 1-jährigen Langtrieb. Diese werden deshalb auch nicht eingekürzt. Rote Johannisbeeren fruchten am 1-jährigen Seitentrieb des 2 oder mehrjährigen Langtriebes. Diese Seitentriebe sollten nichtgrößer als 15 cm sein. Abgetragene Seitentriebe werden auf Zapfen geschnitten, so dass neue Seitentriebe entstehen.

 

Die Stachelbeere fruchtet wie die rote Johannesbeere und wird auch so geschnitten.

 

Im Hausgarten werden die Beeren allgemein als Strauch erzogen. Dabei sollte man darauf achten, immer unterschiedlich alte Triebe im Stock vorhanden sind, d.h. 1/3 einjährige, 1/3 zweijährige und 1/3 dreijährige Triebe (insgesamt nicht mehr wie 10/12 Triebe pro Strauch). Über 4-jährige Triebe sind bodennah abzuschneiden.

 

Bodennah heißt auch wirklich bodennah, also keine Stumpen stehen lassen.

 

Schnitt von Reisern

 

Im Januar können für die Veredlung noch Reiser von Apfel- und Zwetschgenbäumen geschnitten werden. Allerdings dürfen diese noch nicht ausgetrieben haben. Hierfür nimmt man Reiser die gut belichtet sind, bzw. waren. Das richtige Aufbewahren ist nicht einfach. Sie sollten kühl gelagert werden. Am besten wäre ein Kühllager. Da dies in den wenigsten Fällen möglich ist, kann man die Reiser auch im Sand einschlagen und im Keller lagern.

 

Manchmal ist es schwierig, geeignete Reiser bei älteren Bäumen zu erhalten. Hier sollte man auf der Südseite geeignete Äste aussuchen und zurückschneiden um sie zu einem starken Austrieb anregen. So erhalte ich im kommenden Jahr geeignete Reiser von diesem Baum.

 

 

Gemüsebeet

 

Bei älterem Saatgut empfiehlt es sich Keimproben zu machen, ob dieses noch keimfähig ist. Bei 50 % und weniger sollte das Saatgut nicht mehr verwandt werden.

 

Jetzt kann man auch in Ruhe eine Anbauplanung für die kommende Saison machen.

 

Ziergarten

 

Immergrüne Gehölze verdunsten auch im Winter Wasser. Deshalb darf bei frostfreiem Boden das Gießen nicht vergessen werden. Viele vermeintliche Frostschäden an Koniferen etc. sind in Wirklichkeit Trockenschäden.

 

Mit dem Schnitt von Ziergehölzen wartet man bis zum Spätwinter bzw. zeitigem Frühjahr.

 

Allgemein

 

Jetzt sollen die Nistkästen gereinigt, ausgebessert und wieder aufgehängt werden. Ebenso bietet sich das Überprüfen und gegebenenfalls Reparieren der Arbeitsgeräte/-maschinen an.

 

 

 

 

 

Lothar Herb