Arbeitsplaner für den Monat Februar

 

Obstgarten

 

Derzeit steht das Schneiden der Obstbäume und Beerensträucher an.

 

Wichtig: Beim Schneiden sollten die Temperaturen nicht unter -6 Grad Celsius liegen. Dies könnte, gerade bei jüngeren Pflanzen, zu Schäden führen.

 

Kurz zum Erziehungsschnitt einer Rundkrone:

 

Anschnitt des Mitteltriebes und der 3 Leitäste (Mitteltrieb und Leitäste bilden das Gerüst des Baumes) bis zum Erreichen der geplanten Größe des Baumes. Nur diese werden in der Erziehungsphase weiter angeschnitten. Der Rest bleibt stehen oder wird an der Basis entfernt (alles was größer wie 1/3 der Basis ist oder steil wächst wird entfernt). Allerdings: In dieser Phase werden auch Begleitäste von Gerüstästen formiert und angeschnitten. Da diese untergeordnet sind, liegen deren Anschnitte unterhalb der Saftwaage der 3 Leitäste. Ziel ist es, einen „ruhigen“ Baum zu erziehen und in die Ertragsphase zu bringen. Hierbei können/müssen „vegetative“ Triebe durch Herunterbinden in eine „generative“ Phase gebracht werden. Die Ertragsphase gilt es so schnell wie möglich zu erreichen und so lange wie möglich auszunutzen. Eine Formierung des Baumes findet hier nicht mehr statt. Ziel war und ist es, den pyramidalen Kronenaufbau zu erhalten. Jetzt wird entweder der Zweig/Ast stehen gelassen, oder ganz entfernt. Wichtiger Grundsatz: Möglichst wenige große Schnitteingrifffe wie viele kleine.

 

Später kommen wir zu Erhaltungsschnitt. Hier wird älteres abgetragenes Fruchtholz entfernt. Das Ziel ist junges Fruchtholz im gesamten Baumvolumen.

Auf dem Bild ist klar die Struktur ersichtlich. Mitteltrieb und Leitäste stehen im richtigen Winkel (wie beim Pflanzschnitt) zueinander (Leitast Nr. 3 ist etwas verdeckt und ist perspektivisch nicht so gut zu erkennen). Junges Holz ist im gesamten Baumvolumen verteilt. Wichtig ist hierbei für ausreichende Licht- und Luftzufuhr zu sorgen. Licht/Sonne als Lebenselexier der Pflanze (Photosynthese) und Wind zum schnellen Abtrocknen und somit ein indirektes Mittel für den Pflanzenschutz (Pilzsporen bei Feuchtigkeit!).

 

Vielfach sieht man völlig überbaute Bäume, d.h. diese bilden ein bogen- bis halbkreisförmiges dichtes grünes Dach, durch die kein Sonnenstrahl eindringen kann. Hier fehlen regelrechte Lichtschächte, damit diese Sonnenstrahlen auch in das Innere der Bäume gelangen.

Bei dieser Aufnahme sieht man die Seitenäste, welche in einem Winkel von ca. 45 Grad zum Mitteltrieb stehen. In dieser Phase können noch Korrektureingriffe vorgenommen werden, siehe die beiden Seitenäste links und links hinten.

 

Sehr wichtig ist das Entfernen der Fruchtmumien in den Bäumen und Sträuchern. Am besten ist es, diese über den Hausmüll zu entsorgen. Somit werden Neuinfektionen verhindert, bzw. minimiert. Dies ist auch eine Pflanzenschutzmaßnahme.

 

Im Februar kann es zu starken Temperaturschwankungen kommen. Hierdurch können Baumstäme aufreißen, Sonnenseite(Plus-Temperaturen), Nordseite (Minus-Temperaturen). Ein Weißanstrich (nur noch bei trockenem Wetter und Plus-Graden möglich) auf der Sonnenseite sorgt für geringere Temperaturunterschiede am Stamm.

 

Beim Pfirsich kommt es immer wieder zu Kräuselkrankheiten der Blätter. Mit Beginn des Knospenschwellens (Temperaturen über 10 o C, hatten wir bereits Mitte Januar) können Pflanzenschutzmittel angewandt werden (hier die Hinweise des Pflanzenschutzdienstes beachten).

 

Weiter sollten die Nistkästen gesäubert werden.

Gemüsebeet

 

Für das Gemüsebeet sollte man jetzt spätens den Anbauplan für die kommende Saison erstellt haben. Beim Kauf der Sämereien achtet man bei den jeweiligen Sorten auf Ressistenzen, bzw. Toleranzen gegen Schädlinge und Krankheiten.

 

Ziergarten

 

Bis Ende Monat sollten Rosen gepflanzt sein (frostfreier Boden!). Beim Pflanzen der Rosen ist es wichtig, eine ausreichend große Pflanzgrube auszuheben. Diese sollte mindestens 50/60 cm tief sein. Am besten wäre es, diese Pflanzgrube ca. 3 bis 4 Wochen vor dem Pflanztermin herzurichten. Wichtig ist, daß diese vorbereitete Erde einen guten Wasserablauf hat. Hier kann man mit einem Sand/Splittgemisch nachhelfen. Im Gegensatz zu den Obstgehölzen muß bei den Rosen die Veredlungsstelle ca. 5 cm tief in den Boden kommen.

 

Bei offenen Böden auf ausreichende Wasserversorgung immergrüner Laubgehölze achten; auch bei Thujasträuchern.

 

Überwinternte Geranien und Pelargonien können jetzt auf 3 oder 4 Augen (befinden sich in den Blattachseln) zurückgenommen werden. Hierbei gleich die Pflanzen mit neuer Erde umtopfen.

 

Allgemein

 

Wenn noch nicht geschehen, wäre jetzt noch der letzte Termin eine Nährstoffuntersuchung des Bodens durchzuführen. Diese müsste vor dem ersten Düngeeinsatz erledigt sein.

 

 

Author: Lothar Herb