KOGL Header

Fachwarte-Lehrfahrt am 13.07.2008 nach Bavendorf

Home

Aktuelles

Tipps &
     Informationen


Termine

Projekte &
    Kooperationen


Archiv

"Auf Astring" - die
Fachwartezeitung

Landesverband für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V.

zur LOGL Website
Kontakt  -   Impressum / Haftungsausschluss  -   Organisation  -   Links

Am Sonntag, 13.07.2008 fand die diesjährige Lehrfahrt für Fachwarte zum Kompetenzentrum Obstbau-Bodensee in Bavendorf bei Ravensburg, statt.

Das Kompetenzzentrum Obstbau-Bodensee ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts und wurde im September 2000 von sechs Stiftern gegründet. Die Gründung wurde mit der Pflanzung einer Linde als Neuanfang bekräftigt.

Von mehr oder weniger Regenfällen begleitet, führte die Reise ab Malterdingen über den Schwarzwald an den Bodensee.
Schon als sich unser Bus in der näheren Umgebung von Bavendorf befand, ist uns aufgefallen wie unglaublich groß die Obstflächen des Anbaugebietes Bodensee sind. Die meisten Anlagen sind mit Hagelschutznetzen überdacht.

Um etwa 10.00 Uhr sind wir in Bavendorf angekommen.

Dort wurden wir von Betriebsmeister Thomas Kininger empfangen, der unsere Gruppe zu einer etwa 2-stündigen Exkursion über das Gelände führte.

Zuerst stellte er uns eine hochmoderne Hebebühne für den Ernteeinsatz vor, die erhebliche Personaleinsparungen bei der Obsternte bringen wird.
Anschließend wurden wir durch verschiedene Apfel, Birnen- und Kirschenanlagen geführt. Herr Kininger erklärte anschaulich verschiedene Erziehungsformen, die speziell dem Erwerbsobstbau zugute kommen. Arbeitszeitsparende Schnitt- (Wurzelschnitt) und Erntemaßnahmen sowie Vermarktungsstrategien.

Ein gezielt umweltverträglicher Pflanzenschutz wird selbstverständlich auch angewendet. Die Vermarktung der im Kompetenzzentrum produzierten Obstsorten findet über die WOG Raiffeisengenossenschaft statt.
Das KOB testet bewährte Praktiken und neue Erkenntnisse, sowie Entwicklungen im Obstbau (Erhaltungsgarten mit mehr als 250 alten Apfelsorten). Evtl. kann das Erbgut alter Obstsorten auch gegen den gefürchteten Feuerbrand genutzt werden.
Separat gepflanzte Birnbäume in Töpfen dienen auch für Test’s gegen den Feuerbrand.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Untersuchung auf Inhaltsstoffe, wie Zucker, Säure und Vitamin C. Es gibt Apfelsorten, die nahezu soviel Vitamin C enthalten wie Zitrusfrüchte.

Weiterhin werden zur Identifizierung alter Sorten genetische Fingerprintings erstellt.
Da sich anhand von Aussehen und Geschmack die Sortengleichheit nicht eindeutig feststellen läßt, verschafft ein genetischer Fingerabdruck Klarheit.

Eine weitere Etappe war ein Süßkirschengarten mit verschiedenen Erziehungsformen (sh.nachfolgendes Foto).

Der Abschluß unserer Besichtigung galt dem Schaugarten.


Ausgangspunkt ist ein Pavillon von dem aus strahlenförmig die einzelnen Pflanzbeete angeordnet sind. Jede einzelne Pflanzensorte ist auf Schautafeln beschrieben.

Neben bekannten Obst- und Beerengehölzen wie Aprikosen, Nektarinen Renekloden, Mirabellen, Sauerkirschen

haben besonders verschiedene Wildfrüchte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer erregt. Cido (Nordische Zitrone), Edel-Eberesche, roter und schwarzer Holunder, schwarze und weiße Maulbeere, Sanddorn, Speierling.

Weitere Raritäten waren Esskastanien, Feige, Haselnuss, Kiwi, Mini-Kiwi u.a.

Zum Dank für die aufschlussreiche Führung erhielt Herr Kininger ein Weinpräsent.

Nach dieser interessanten Besichtigung waren alle hungrig und durstig und freuten sich auf das Mittagessen im Nachbarort Hefigkofen.

Eine weitere Etappe führte uns nach Überlingen, wo jeder nach Belieben die Zeit verbringen konnte. Einige besuchten den Stadtgarten, auch ein paar Kirchturmbesteiger gab es und wieder andere ließen es sich nach einem Spaziergang an der Strandpromenade bei Kaffe und Kuchen gutgehen. Zum Abendessen kehrten wir auf dem Heimweg in Breitnau ein, wo uns ein sehr gutes, rustikales Vesper erwartet hat.

Wie geplant kamen wir noch vor 21.00 Uhr in Malterdingen an.
Die Teilnahme an dieser Lehrfahrt war sehr gut (37 Personen).
Es war ein sehr informativer und geselliger Ausflugstag. Sogar der Wettergott hatte ein Einsehen mit uns. Während der Besichtigung und dem Besuch in Überlingen hatte es kaum geregnet.

Brigitte Ehret