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37. Ausgabe
Januar 2012

Gedanken

Die Honigbiene (Apis mellifera) ist nach den Großtieren Schwein und Rind für die menschliche Ernährung das drittwichtigste Nutztier der Erde. Als Bestäuber verantworten diese Insekten das Überleben der Nutz- wie auch der Wildpflanzen und sichern somit unsere Nahrungsgrundlagen. Nun wird ab und an von großen, spektakulären Bienensterben berichtet, aus allen Teilen der Welt kommen schlechte Nachrichten, aber da es „ja nur die Imker betrifft“ stehen andere – politische, wirtschaftliche oder finanztechnische- Nachrichteninhalte immer im Vordergrund. Das die Bienen sterben wird aber langsam zu einem globalen Problem, weil 80% aller Nutzpflanzen auf eine funktionierende Bestäubung durch Bienen angewiesen sind. Das bedeutet, dass ohne Bienen ein massiver Engpass in der Nahrungsmittelproduktion eintreten wird.
Was tun???

Bienensterben ohne Ende

Bienenstock Bienenstand in Hecklingen
  Im März 2011 wurde ein Bericht der UNO veröffentlicht, der über den alarmierenden  Zustand der Honigbiene berichtete. So werden seit Jahren in Nordamerika wie auch bei uns in Europa die Völker durch großflächiges Bienensterben heimgesucht. Wir erinnern uns nur zu gut daran, als im Jahr 2008 im Rheintal über 330 Millionen Bienen starben, weil die Samenkörner der Mais-Aussaat mit dem Nervengift Clothianidin behandelt worden waren.
Jetzt gibt es auch Fälle des rätselhaften Sterbens in anderen Teilen der Erde, in Japan und China, und auch in Ägypten. Fachleute sind sich lediglich darin einig, das Gegenmaßnahmen keineswegs einfach zu finden sind, weil mit den Bienen etwas passiert, was kaum verständlich ist und wohl auf ein ganzes Bündel von unterschiedlichen Ursachen zurückzuführen ist.
Eines scheint sich allerdings klar heraus zu kristallisieren: Intensiv bewirtschaftete Felder, Monokulturen, die fortgeschrittene Industrialisierung der Landwirtschaft haben einen sehr großen Anteil.
Nisthilfe Mietwohnungsbau für Wildbienen, gesehen in Wagenstadt  

Rund ein Viertel der 2,4 Millionen Bienenvölker in den USA sind zusammengebrochen. CCD, Colony Collapse Disorder, Kolonien-Zusammenbruchs-Störung, das Phänomen hat zwar einen Namen, über die Ursachen ist nichts bekannt. In der Diskussion ist eine Immunschwäche, ähnlich dem menschlichen HIV-Virus. Die Haltung der Bienen in den USA läuft grundlegend anders als bei uns ab: Dort werden die Völker in riesigen, gekühlten  Trucks durchs ganze Land gefahren, dorthin wo sie gerade gebraucht werden, tausende Meilen jährlich. Um Krankheiten vorzubeugen, werden Antibiotika und künstliche Nahrungsergänzungsmittel eingesetzt. Es kann durchaus sein, das die Überzüchtung Schuld trägt.

Schon in den neunziger Jahren protestierten französische Imker gegen ein Insekten-Bekämpfungsmittel, das –vermutlich- ihre Bienen vergiftet hatte. Das Mittel wurde daraufhin von der Regierung verboten.
In Deutschland wurde 2002 ein erstes Massensterben registriert, fast ein Drittel aller Völker verendete. Dann kam das schwarze Jahr 2008, das im Rheintal 11500 Bienenvölkern den Tod brachte. Was war geschehen? Ein Pflanzenschutzmittel, mit dem die Maisausaat gegen den Maiswurzelbohrer geschützt wird, vergiftete die Bienen, daraufhin wurden acht  Mittel von der zuständigen Behörde vom Markt genommen. Die Imker wurden letztlich mit etwas Geld abgefunden. Nur wenige Wochen später wurde der Wirkstoff wieder freigegeben, zum Schutz der herbstlichen Rapsaussaat.
Nun gibt es noch viele andere Punkte, die immer wieder angeführt werden als mutmaßliche Auslöser oder Mitverantwortliche des Bienensterbens:  Handystrahlung, Varroamilben, Virusinfektionen, Immunschwäche der Völker, Auswirkungen der Gentechnik im Pflanzenbau, unzureichende Pollenversorgung durch Monokulturen, keine artgerechte Haltung bzw. Industrialisierung der Bienenvölker, speziell in Nordamerika.
Sicher ist nur eines: Die großen Konzerne streichen als Hersteller der Pflanzenschutzmittel riesige Gewinne ein und tun alles dafür, das dies so bleibt. Was jucken da die Bienen. Solange die Politik hier keinen Einhalt gebietet – und zurzeit wird das Gegenteil getan – werden die Bienen weiter sterben.

... Fortsetzung über Baumernte, Bohnapfel und s'Ledschd

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