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35. Ausgabe
September 2011

Gedanken

In Deutschland werden durchschnittlich 12% der Einkommen für Lebensmittel ausgegeben.
Verglichen mit Japan –das es auf 23% des verfügbaren Einkommens bringt- ist das ein schwacher Wert. Hierzulande sind Billigprodukte und Discounteinkauf voll im Trend. Natürlich darf da der Blick auf die USA nicht fehlen. Alles was von dort kommt, wird -mehr oder weniger zeitversetzt- auch bei uns Standart. Während in Deutschland das gemeinsame Essen an einem Tisch wenigstens in den ländlichen Gebieten noch selbstverständlich ist, werden in Amerika die Hälfte aller Lebensmittel im Auto, beim Gehen oder Stehen, im besten Fall auf einer Parkbank eingenommen. Wie gesund das ist sieht man auf den ersten Blick, ein großer Teil der US-Bürger sind übergewichtig oder fettleibig.
Im Südbadischen werden tolle, hochwertigste Produkte produziert: Obst, Gemüse, Wein, Milch und deren Verarbeitungsformen, Honig und, und, und … und wir kaufen im Supermarkt all das industriell gefertigte, importierte Billigzeug. Von wegen, ich bin doch nicht blöd. Eigentlich sind wir schön blöd!



Sortenbestimmung

Das dieses Jahr alles Obst früher reif ist, lag an der warmen Witterung im Frühjahr und dem damit rasch einsetzenden Blütenverlauf. Das ging so flott, das die Blüte bei vielen Sorten innerhalb weniger Tage abgeschlossen war, die Bäume in ihrer Entwicklung einen Zeitvorsprung von zehn bis vierzehn Tagen hatten. So waren die ersten Klaräpfel bereits Ende Juni erntereif. Ich möchte heute vier Frühsorten vorstellen, die in unserem Raum angebaut werden, einmal den allseits bekannten Klarapfel, dann die relativ neue Sorte Retina, James Grieve aus Schottland und schließlich einen Oldtimer mit der Bezeichnung Charlamowski.

weisser Klarapfel
Das Foto zeigt die Frühsorte „Weißer Klarapfel“, die aus Lettland stammt und seit 1852 bekannt ist. Erntezeitpunkt der Früchte: 30.Juni 2011, Standort: Kenzingen

Er ist der am frühesten reifende Apfel und gewöhnlich Anfang bis Mitte Juli erntereif, in Jahren mit einem warmen und trockenen Frühling kann bereits Ende Juni mit der Ernte begonnen werden. Da sich die Früchte recht uneinheitlich entwickeln sind mehrere Erntedurchgänge erforderlich. Die ersten Äpfel fallen oft unreif vom Baum, so dass man aufpassen muss, nicht zu früh zu ernten. Es ist hilfreich, immer die größten Früchte zu ernten, da kleinere sich dann noch mal gut entwickeln. Leider halten sich die Äpfel – wie bei allen Frühsorten - nicht lange, ein sofortiger Verzehr ist angebracht. Klarapfel wird schnell mehlig, es kommt sogar vor, dass große Früchte am Baum aufplatzen. Das Fruchtfleisch bietet relativ wenig Aroma, liefert aber einen starken, angenehmen Geruch. Die Schale ist eigentlich recht unattraktiv, zuerst grün, bei der Abreife weißgelb werdend. Jegliche Deckfarbe fehlt zwar, aber grünliche Lentizellen sind vorhanden. Auffällig ist die oft noch weißliche Ausfärbung der Kerne, obwohl der Apfel vollkommen reif ist. Zur Verwendung ein Tipp: Die größten Früchte zum Frischverzehr als erste Tafeläpfel des Jahres nutzen, die folgenden Ernten zu Mus oder Gelee verarbeiten. Der Fachwart sollte den Baum regelmäßig schneiden und das Fruchtholz ständig erneuern. Ansonsten könnte sich eine starke Alternanz ausbilden.

... Fortsetzung über Sortenbestimmung, Obsternte vor 100 Jahren, Fachwarteausflug und s'Ledschd

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