Neulich machte ich mit meiner Frau eine Wanderung auf den Rohrhardsberg, dabei kehrten wir ein im Gasthaus Schwedenschanze, einer sehr urigen Wanderkneipe. Ungewollt hörten wir unter zwei Stammtischgästen ein kurzes Gespräch über das EHEC-Virus mit:
„Des isch jo schu schlimm, mit dene viele Tote.“
„ Jo.“
„Do waisch bal nimi, was der noch ässe sollsch.“
„Jojo.“
„Mir ässe daheim Bratwürscht und keini Sprosse. Mir kriäge kai EHEC.“
Ende des Gesprächs.
Heutzutage ist man relativ bescheiden dran, wenn man seine gesamten Lebensmittel im Supermarkt einkaufen muss. Voll und ganz ist man auf das Versprechen von andern angewiesen. Ständig ist von Vertrauen die Rede, das in erster Linie der Verbraucher und Käufer aufbringen muss. Wie oft wurde dieses Vertrauen schon missbraucht, aus Gewinnstreben weniger auf Qualität und sauberes Arbeiten geachtet. Immer zum Nachteil des Kunden, der nicht mehr sicher ist, wem er überhaupt noch etwas glauben kann. Kaum ist die Quelle des Erregers gefunden, kommen die Millionenforderungen vom Bauernverband, der seine in Not geratenen Landwirte entschädigen muss. Selbstverständlich ist mit den dafür aufgewendeten Steuermillionen auch der Verbraucher dabei, er hat schließlich keine Gurken und keinen Salat mehr gekauft. So wird der Kunde doppelt gestraft. In dieser Situation werden wir Selbstversorger oft beneidet, weil wir es ja so gut haben mit unseren selber produzierten Lebensmitteln. Spätestens wenn ein Skandal vorbei ist, der Alltag uns wieder hat, die Sonne lacht und die Muse lockt sind die allermeisten der „Selbstversorgervorsätze“ so schnell wieder vorbei, wie sie während der Krise gekommen waren. So sind wir Menschen eben.
Warum trägt mein Obstbaum nicht?
Um erfolgreich Obst zu produzieren –ob als Hobby oder im Erwerb- muss man sich auskennen mit der Befruchtung der Obstsorten. Auch wenn ein Baum wunderbar blüht, heißt das noch lange nicht, dass er Früchte ansetzt. Dies hängt von einigen Faktoren ab, die ich hier einmal näher beleuchten möchte. Das Wissen um diese Faktoren erleichtert den Obstbau und verhindert Enttäuschungen. Mit der Fachwartausbildung wurden bereits eine ganze Menge von Wissen über diese Dinge vermittelt.
Früchte entwickeln sich nur dann aus den Blüten, wenn vorher eine Befruchtung stattfindet. Dieser Vorgang spielt sich so ab, das der Blütenstaub, auch Pollen genannt, durch Insekten oder Wind aus den Staubgefäßen auf die so genannte Narbe transportiert wird. Auf der Narbe bildet der Pollen einen Pollenschlauch aus, der durch den Griffel zum Fruchtknoten wächst. Im Fruchtknoten verschmilzt eine weibliche mit einer männlichen Keimzelle, es entsteht eine Frucht. Zur Erinnerung: Etwas in dieser Art hat jeder von uns in der Schule gelernt. Von großer Bedeutung sind der Aufbau und die Art der Blüte, so gibt es eingeschlechtliche männliche und weibliche Blüten, die entweder auf ein- und derselben Pflanze oder auf zwei verschiedenen Pflanzen sitzen können. Man spricht hier auch von einhäusig und zweihäusig. Des Weiteren gibt es Mischformen. Bei so genannten Zwitterblüten sind in einer Blüte weibliche und männliche Organe vorhanden, so bei Kernobst, Steinobst und Beeren.
Zwischen den Befruchtungspartnern liegt oft eine Unverträglichkeit vor, auch Sterilität genannt. Diese kann physiologisch bedingt sein, aber auch genetische Ursachen haben. Aufgrund der Erbanlagen sind dann beide Partner nicht befruchtungsfähig, das ist bei Pollen von Obstsorten mit triploidem Chromosomensatz der Fall. Im Chromosomensatz ist das Erbgut enthalten.
Die Sterilität kann auch morphologisch bedingt sein, das ist immer dann der Fall, wenn die Staubgefäße verkümmert oder in Blütenblätter umgeformt sind, zum Beispiel bei gefüllten Blüten von Ziersträuchern.
Speziell im Obstbau ist es wichtig, darüber informiert zu sein, ob für einen Fruchtansatz eine andere Sorte gebraucht wird, oder ob eine Selbstbefruchtung möglich ist. Beim einfachsten Fall der Selbstbefruchtung können sich die Blüten eines Baumes untereinander selber befruchten, da der Pollen aber von einer Blüte auf die andere transportiert werden muss, ist entweder Wind nötig oder ein Insekt. Dies ist entscheidend für den späteren Ertrag, und weil der Wind nur bei Wal- und Haselnüssen eine ausreichende Rolle spielt, sind Insekten dringend nötig. Bei den Fremdbefruchtern ist eine andere Sorte derselben Obstart zur Befruchtung notwendig, weil der Pollen auf der Narbe derselben Sorte nicht keimt. Es müssen also mindestens zwei Bäume unterschiedlicher Sorten vorhanden sein. Apfel- und Birnensorten, sowie die allermeisten Süßkirschen sind selbstunfruchtbar, der Fachausdruck ist selbststeril. Sie brauchen einen geeigneten Befruchter.
... Fortsetzung über "Warum tragen Obstbäume - oder warum nicht?" , Termine und s'Ledschd