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"AUF ASTRING" - die
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28. Ausgabe
Juni 2010

… Gedanken…

Ohne Insekten geht es nicht. Die Obstbauern im Land –und nicht nur bei uns- spüren deutlich, wie die Befruchtungsleistung der Honigbienen zurückgeht. Das liegt nicht daran, dass die Bienen fauler werden oder keine Lust mehr haben, es gibt immer weniger. Einerseits bedroht von der Varroa-Milbe, andererseits einem wachsendem Druck der Pflanzenschutzmittel ausgesetzt, müssen sich die Völker in immer größeren Monokulturen durchkämpfen. Ein strenger Winter, wie es der letzte war, tut ein Übriges. So klagen viele Imker über große Verluste. Wie die Bauernzeitung berichtet, haben unsere Schweizer Nachbarn einen Mietservice für Bienenvölker eingerichtet. Zwischen 60 und 100 € pro Volk  kostet die Obstbauern der Einsatz dieses Bestäubungsservice. Die Imker seien bereits ausgebucht und können die Nachfrage nicht befriedigen. Erschreckend ist die Angabe, dass sich die Zahl der Völker in den letzten 40 Jahren schweizweit halbiert hat. In unseren Breiten wird es ähnlich aussehen.
Auch bei uns in Südbaden werden seit einigen Jahren Hummelvölker zum einstellen in die Obstanlagen angeboten. Zum Vorteil, dass Hummeln schon bei sehr niedrigen Temperaturen aktiv sind kommt aber ein großer Nachteil. Sobald nämlich die Taubnessel ihre Blüten öffnet, wandert die Hummel dorthin ab und interessiert sich kaum noch für die Obstblüte.
Was können wir als Hobby-Obstbauern tun?


Ein Beispiel ist die Förderung der Wildbienen durch Schaffung von Brutmöglichkeiten. Es ist ein Erlebnis, diese Insekten bei ihrem emsigen Treiben zu beobachten. Mit etwas Fantasie und meist ohne große Kosten kann jeder Einzelne von uns viel für die Natur tun. Er / Sie muss es nur wollen!







Bild: M.Ruf



Lust auf mehr …

Gedanken eines Fachwartanwärters zum preiswerten/billigen anlegen einer Obstanlage und zum Erhalt alter Obstsorten.

Wie der/die Eine oder Andere habe ich mich zum Kurs angemeldet ohne vorher selbst Obstbäume zu haben. Ich hatte eine kleine Wiese mit Walnussbäumen, das war’s.
Inzwischen habe ich eine Wiese mit 22 Halbstammapfelbäumen und eine weitere Wiese mit 3 oder 4 halb verreckten Hochstämmen, wovon mindestens einer die nächsten 2 bis 3 Jahre wahrscheinlich den Geist aufgibt. Diese Wiese hat aber etwa 30 bis 35 Ar. Diese zweite Wiese gehört einer 88 Jahre alten Frau und diese Frau erzählte mir, dass diese Bäume teilweise noch von Ihrem Vater gepflanzt wurden, „aber halt nicht mehr viel sind“. Des Weiteren erzählte mir diese Frau, Zitat:„Der Bosskopf war früher viel aromatischer, sie sieht das an dem alten Bosskopfbaum, das sind andere Äpfel als der Bosskopf vom Markt“.
Zuerst dachte ich, na ja, so arg wird’s nicht sein, aber inzwischen habe ich das von vielen älteren Leuten so oder zumindest mal so ähnlich gehört, dass es da tatsächlich Unterschiede zwischen Boskoop-Äpfeln von ganz alten und von jüngeren Bäumen gäbe. Das schlummerte aber immer so im Hinterkopf mit.

Generell wollte ich auf der Wiese noch Bäume pflanzen, weiß aber, wenn die alte Frau nicht mehr ist, kann die Wiese auch wieder weg sein. Frisch angelegt gefällt das vielleicht auch den Erben.
Also fertige Bäume kaufen, das Risiko war mir sowieso zu groß. Nun bin ich inzwischen soweit, dass ich sage, ich mache aus der Not eine Tugend. Ich bin etwas spät dran aber nächste Woche bekomme ich noch Unterlagen M26.  Eine Veredelung steht nächstes Frühjahr an. Das finanzielle Risiko ist recht begrenzt, da eine Unterlage M26 10% des fertigen Baumes kostet.  Die Unterlage alleine trägt ja nun noch keine Äpfel, da muss ja noch ein Edelreis drauf. Jetzt werde ich den Sommer über beobachten, wo  es interessante alte Apfelbäume gibt und da will ich dann Edelreiser schneiden um diese Sorten zu erhalten. Unter Anderem werde ich den alten Boskoop sicher auch drauf veredeln.

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